Tempelhof reclosed

Veröffentlicht auf von Sash

Nun sind die Stimmen wohl ausgezählt, und das Ergebnis des ersten Volksentscheids in der Geschichte Berlins besiegelt das bereits eigentlich zuvor schon besiegelte Schicksal des ersten Verkehrsflughafens der Welt. Das klingt jetzt ein bisschen arg nach Wehmut und Liebe zu diesem Teil.
Nein!
Ich habe bereits
geschrieben gehabt, dass ich "eher dafür" bin, dass Tempelhof offen bleibt, das hatte allerdings auch bestimmte Gründe. Der Verkehrsbetrieb in Tempelhof ist scheinbar lächerlich gering und hauptsächlich für Kleinflugzeuge interessant. Tempelhof kostet Geld, das - in Berlin insbesondere - nicht vorhanden ist. Die Arbeitsplätze, die da verloren gehen, entstehen auf dem Gebiet unter Umständen sowieso neu. Und ein innerstädtisches Gebiet ist als Park, Wohn- und Geschäftsraum allemal besser geeignet als als Flughafen.
Wenn nun aber wirklich die Mehrheit der Berliner Bevölkerung der Meinung gewesen wäre, dass das Teil als Flughafen und nicht nur als Museum erhalten werden sollte, dann wäre das ein Grund gewesen, es zu respektieren. Nach aktuellen Meinungsumfragen glauben ein paar Leute nämlich, dass wir in einer Demokratie leben.
Und wenn die Volksvertreter eben nicht das Volk vertreten, dann ist einiges schiefgelaufen. Gut, nun hat sich kein Viertel der Wahlbevölkerung aufraffen können, den Flughafen zu unterstützen, dann ist das ja in Ordnung.
Ich bereue es eigentlich nur wegen dieser BBI-Geschichte. Die hat sicher auch ihre Vorteile, das will ich nicht bestreiten, aber irgendwie macht man sich schon so seine Gedanken, wo der Sinn liegt, von drei vorhandenen Flughäfen zwei zu schließen um einen dann auszubauen. Ich glaube nicht, dass das die allercleverste und Ressourcen schonendste Idee ist. Aber gut, das ist meine Meinung.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich es interessant gefunden hätte, wenn der Senat sich gegen den Willen des Volkes hätte entscheiden müssen und ob er es getan hätte (sehr wahrscheinlich), und was das für interessante Debatten nach sich gezogen hätte. Aber so ist es nicht, und ich kann gut damit leben, dass Tempelhof ab Oktober dicht ist.
Ich hoffe, dass wenigstens was vernünftiges dort gemacht wird, und nicht nur ein Viertel mit "gehobenem Ambiente" aus dem Boden gestampft wird, in dem sich niemand eine Wohnung leisten kann.
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Veröffentlicht in Politik

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