Warum ich blogge


Im Gegensatz zu fast jeder anderen Art der schriftlichen Betätigung muss man sich als Blogger immer wieder die Frage anhören, weswegen man eigentlich bloggt. Das ist natürlich eine gerechtfertigte Frage, wobei ich denke, dass man Leute wie Franz Josef Wagner von der Bild eher fragen sollte, warum sie ihren Quatsch veröffentlichen.
Natürlich steht hinter allem immer ein gewisses Mitteilungsbedürfnis, und vielleicht sogar unterschwellig der Wunsch, beachtet zu werden. Klar, das trifft sicher auch bei mir zu. Aber eigentlich ist das völlig unzureichend. Denn: Ich werde mit meinem Blog wahrscheinlich nie tausende von Lesern erreichen. Ich schreibe Dinge gerne auch nur für mich auf und ebenso gerne für ein paar Freunde. Natürlich freue ich mich über Feedback, besonders in der Form von Lob, aber auf der anderen Seite weiss ich, dass ich nur ein etwas über dem Durchschnitt begabter Schreiberling bin. Mir fehlt das Durchhaltevermögen, einen kompletten Roman zu schreiben, vielleicht sogar die Kreativität.
Mit kurzen Texten, so fehlerhaft und bisweilen uninspiriert sie manchmal sein mögen, habe ich dennoch schon die Möglichkeit gehabt, Menschen zu begeistern oder wenigstens kurz zum Lachen oder Nachdenken zu bringen. Warum also sollte ich nicht bloggen?
Ich habe ein sehr entspanntes Verhältnis zum Internet, und im Gegensatz zu meinen ganzen Versuchen, eine Homepage zu gestalten, erweist sich ein Blog als geradezu minimalistisch einfach. Auch dafür habe ich eine Schwäche. So verschwurbelt ich mich das ein oder andere Mal ausdrücken mag: Ich freue mich über einfache, strukturierte Umgebungen für gute Texte. Die Tatsache, dass man sich selbst nicht viel zusammenprogrammieren muss, ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. So mag sich der ein oder andere wundern, warum ich nach so vielen Beiträgen in meinem Blog noch keine tollen Grafiken eingebunden habe, ihn kein bisschen personalisiert habe. Aber das habe ich. Diese vereinfachte Formensprache dieses Standarddesigns ist meine Vorstellung von einem optimalen Blog. Ich habe einige Zeit damit verbracht, zu schauen, ob ich nicht etwas verändern, verbessern will. Nein! Vielleicht, wenn sich mein Geschmack mal ändert.
Und deswegen blogge ich, noch dazu in einem Standarddesign.
Ach ja, Overblog bietet auch an, Geld mit dem Bloggen zu verdienen. Inzwischen nutze ich das, aber bis es sich lohnt, brauche ich erst ein paar tausend Leser mehr, und selbst dann würde ich nicht darauf wetten, dass ich anders schreiben würde. Mal sehen.