In manchen Situationen ist man als Taxifahrer dann ja doch auch ein wenig Trend-Detektor. Klar kriegt man mit, welche
Clubs beliebt sind, welche Kneipen und welche Hostels. Aber das ist nicht alles. Ein neuer Trend liegt darin, immer zu siebt unterwegs zu sein. Woran ich das merke? Klar: Mein Auto hat maximal 6
Sitzplätze! Ich glaube, ich bin binnen der letzten 2 Wochen 8 mal gefragt worden, ob ich 7 Leute mitnehmen könnte. Dabei sieht das Auto von außen eigentlich nur nach normalem 5-Sitzer aus.
Irgendwann werde ich wahrscheinlich die "doofe Antwort" von Torsten von taxi-blog.de geben: "Klar, ich hol nur grad den Dachgepäckträger aus dem Anhänger."
Das Witzige an der Geschichte ist, dass es meistens Touris sind, die eigentlich mit Taxipreisen kalkulieren, mit denen sie recht problemlos zwei Taxen zahlen könnten...
Dienstag, 3. februar 2009
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Ich hatte heute früh zwei Mädels an Bord, deren Fitness-Zenit am gestrigen Abend schon weit überschritten war. Eine der
beiden konnte immerhin noch klare Gedanken fassen, bei der anderen... naja, immerhin hat sie noch geredet. Eine gewisse Brisanz lag im Fahrtziel, da sie so ungefähr den Namen des Hotels und dafür
dreimal gar nicht die Adresse desselben kannten. Nun habe ich etwa zwei Stunden zuvor ein paar Leute in ein Hotel mit "so ungefähr dem Namen" vom Matrix in die Bülowstr. gefahren und hab gefragt,
ob es das sein könne. Dann haben sie irgendwas von "Yorckstr., da sind wir mal in die U-Bahn gestiegen..." gesagt - und da schien die Sache klar zu sein, denn der U-Bahnhof liegt da ums Eck. Also
wollten die Beiden, dass ich sie dahinbringe.
Ich konnte sie immerhin beruhigen, dass die Fahrt ziemlich genau 15 € kosten würde (ich bin sie ja schonmal gefahren), und ihr Geld somit reicht. Nun war das aber leider das falsche Hotel...
Als wir dann dastanden, war das Geschrei groß. Mit Tränen in den Augen haben sie dann quasi verkündet, auf der Straße zu schlafen, und überhaupt und sowieso. Dann kamen sie - warum nicht früher?
- auf die Idee: "Mensch, wir sind doch mit unserer Klasse hier in Berlin, wir können doch jemanden anrufen, wo das Hotel ist..."
Der Versuch war dann sogar von Erfolg gekrönt, und so erfuhr ich, dass es am Tempelhofer Ufer liegt. Naja, da hatte ich ja Glück, dass ich so eine lange Tour hatte - zum Ufer wäre es
schätzungsweise einen Fünfer billiger geworden. Da ich eh nochmal zum Matrix zurückwollte, bzw. am Schichtende sowieso zum Waschen und Abstellen in den Osten musste, hab ich dann angesichts der
mauen Finanzen gesagt, ich fahr sie da noch kurz vorbei. Liegt eh auf dem Weg. Wie gesagt: Ich hatte so oder so mehr von der Tour, als wenn wir direkt gefahren wären, ein wenig war es natürlich
auch mein Fehler, und zudem stand es bei mir mit den Kilometern nicht schlecht, so dass das ging.
Nun schlug die Laune wieder in Begeisterung um, und zu guter Letzt war ich fünf Minuten damit beschäftigt, der jungen Dame auf der Rückbank klarzumachen, dass ich NICHT das Bett für sie machen
werde - auch nicht gegen die großzügige Entlohnung von 50 Cent! Die wollte am Ende echt nicht aussteigen, weil sie der Meinung war, das wäre jetzt meine Aufgabe.
Sprüche von der Tour:
"Ich hab jetzt des Dings umgedingst, ist des schlimm?"
"Ich hab meine Schuhe ausgezogen, des macht nix, oder?"
Naja, ich bin heil angekommen, und die Schicht war einfach klasse. Da war das echt ein würdiger Abschluss. Mal ganz im Ernst: Betrunkene fahren ist nicht so schlimm, wie es sich die meisten
vorstellen...
Freitag, 23. januar 2009
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Ich hatte ganz vergessen zu erwähnen, dass mir gestern das erste Mal jemand aus dem Auto gesprungen ist, weil er nicht
bezahlen wollte. So nervös es mich als Fahrer grundsätzlich macht, wenn jemand aus meinem fahrenden Auto springt, so lässig habe ich mit dieser speziellen Situation umgehen können.
Warum?
1. Ich stand schon fast und er ist auf den Gehweg gesprungen.
2. Drei Kumpels von ihm saßen hinten bei mir im Auto und hatten nicht vor, abzuhauen...
Letzten Endes war das von ihm wohl auch eher ein Scherz, aber es war schwer feststellbar, was er überhaupt noch selber
rafft und was nicht...
Freitag, 12. dezember 2008
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