Sashs Blog

In diesem Blog schreibe ich so ziemlich über alles, was mir einfällt. Privates und Politisches. Poesie und Pöbel. Denn eine Trennung ist ja nicht immer leicht. Wessen Leben besteht nur aus Arbeit oder nur aus Freizeit? Wer will die Grenze ziehen? Ich sicher nicht. Na denn, habt viel Spaß am Lesen.
Ein kurzer Warnhinweis an die jüngeren Leser:

Liebe Kinder, es ist normal, dass ein Blog nicht nur aus Bildern besteht!

Da es eine Menge verschiedene Themen gibt, ist es mitunter sinnig, sich nur eine Kategorie anzeigen zu lassen. Über einen Kommentar würde ich mich natürlich sehr freuen.

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Samstag, 28. juni 2008
Wie inzwischen wahrscheinlich alle mitbekommen haben, hat ein Mann in Frankfurt seinen eigenen BMW angezündet, um gegen die hohen Preise von Benzin und co. zu demonstrieren. In meinen Augen zwar eine erstaunlich einsatzfreudige Art des Protestes, allerdings finde ich seine Argumentation ein wenig dünn. Auf seiner Website macht der Mann die Steuerpolitik verantwortlich und beruft sich auf die inzwischen wahrscheinlich allseits bekannten Zahlen, nach denen der Benzinpreis ja überwiegend aus Steuern besteht.
Ich persönlich bin da nicht seiner Meinung, da ich zwar durchaus glaube, dass die Regierung Möglichkeiten hätte, die Preise zu senken, gerade aber bei Benzin wenig Grund dazu sehe.
In Saudi-Arabien, so der Mann, kostet Benzin nur etwa 11 Cent pro Liter. Ich kann mir schon vorstellen, dass das wahnsinnig verheißungsvoll klingt für klamme Pendler. Nur kann ich mir dort als Nicht-Mitglied der Königsfamilie gar nicht arg viel mehr leisten. Als Frau darf man dort (in der Stadt) nicht einmal Auto fahren. Außerdem darf der Preis dort auch nicht höher sein, da politische Demonstrationen auch verboten sind. Tolles Beispiel!
(Wikipedia über Saudi-Arabien)
Hey, ich bin kein Freund unserer Regierung! Ich werde demnächst Taxifahrer sein. Eine bessere Kombination aus "schlechtem Einkommen" und hohen Spritpreisen wird sich nicht einmal ein Berufspendler vorstellen können. Ich finde hohe Spritpreise in der heutigen Zeit aber eigentlich wichtig.
Ich fahre verdammt gerne Auto. Ich fahre verdammt gerne auch kurze Strecken. Aber es ist mir bewusst, dass das ein Luxus ist, der (zumindest umwelttechnisch) auf Kosten der Allgemeinheit geht. Und dafür zahle ich, wenn ich es mache.
Dass sich jemand von seinem Gehalt den Weg zur Arbeit nicht mehr leisten kann, oder nur noch schwer, das halte ich indes auch für eine Sauerei. Aber daran ist meines Erachtens nach weniger die Regierung schuld als mehr der eigene Chef. Aber wer protestiert schon gegen den eigenen Chef? Das wäre ja.. also... das wäre ja schon richtiger Protest!
Aber das nur vorweg.
Bei bild.de hat man sich offenbar entschieden, dieser Argumentation gar keinen Platz einzuräumen. Warum auch immer, schließlich fährt die Bild seit Jahren den selben Kurs. Aber sehet selbst:


Screenshot: bild.de

bild.de gibt sich richtig Mühe damit, die Bilder immer so zu beschneiden, dass die Internet-Adresse des Mannes nicht im Bild ist. Zum Vergleich ein Screenshot von spiegel.de:


Screenshot spiegel.de

Sieht aus wie das selbe Bild, dieses Mal sogar mit Quellenangabe ;)
Wahrscheinlich ist bild.de aber nur so nett, die Adresse nicht zu nennen, um Nachahmungstäter abzuschrecken. Schließlich haben sie dort in der Redaktion - wie ja allgemein bekannt ist - ein hohes Verantwortungsbewusstsein.

von Sash veröffentlicht in: Politik
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Freitag, 16. mai 2008
Ich weiss, ich sollte nicht so viele Sachen aus dem Netz klauen, sonst sieht das noch aus, als ob ich mir aus ungelenk zusammengesuchten Seiten wie german-bash.org, bild.de und klopfers-web.de versuche, einen eigenen Blog zu basteln. Das soll es natürlich nicht sein, aber bei diesem Blogeintrag von Stefan Niggemeier kann ich mich nicht zurückhalten. Nein, das Problem ist nicht Herr Niggemeier, keineswegs. Die Quelle, oder besser das, was die Quelle wiedergibt, ist so fantastisch wie verstörend zugleich:
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat aus Solidarität und Mitgefühl zu den Soldaten, die im Irak-Krieg sterben, aufgehört mit... GOLFEN!
Also bei allem Verständnis für seltsame Lebensformen, die sich selbst um alles in der Welt aus dem Genpool entfernen wollen, aaaaber: Wie kann irgendjemand wieder gutmachen, was dieser Idiot angerichtet hat?
Was hat Volker Pispers anno dazumal gesagt über Vorwürfe, man solle nicht in einen oberflächlichen Anti-Amerikanismus abgleiten? "Aber meiner ist gar nicht oberflächlich!" Dieser Mann an der Spitze des wohl mächtigsten Staate(nverbunde)s der Welt macht es einem nicht sonderlich leicht.
Zugegeben, ich kann Bushs Politik so ziemlich von hinten bis vorne nicht leiden. Und wie auch ein ganzer Haufen Idioten auf diesem Planeten, denen es mindestens so schwer fällt wie Bush, die Frage nach ihren Lieblingsbüchern zu beantworten, halte ich ihn für extrem einfach strukturiert. Aber das beweist er irgendwie auch immer wieder. Ich würde mich ja freuen, hier entgegen dem zum Mainstream, ja bisweilen sogar Nazi-Rechtfertigung gewordenen Anti-Amerikanismus eine frohe Botschaft zu verkünden. Aber das geht nicht. Welche nicht einzellige Lebensform ist in der Lage, den wiederzuwählen?

Sorry für so viel Populismus zu später Stunde, ich nehme gerne Vorschläge an, wie man das Thema sachlich ansprechen könnte...
von Sash veröffentlicht in: Politik
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Montag, 28. april 2008
OK, ich mag da ein wenig hinterher sein - wie so oft. Aber gute Meldungen sind nunmal zeitlos. Diese betrifft einen Bundespolitiker, der direkt neben dem Abion Hotel Spreebogen (oder wie immer das Ding inzwischen heißt) residiert und uns Bürgern damit auf die Nerven geht, dass er zusätzlich zu all unseren Blogeinträgen auch noch unsere Festplatten lesen will: Dr. Wolfgang Schäuble. Nun ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen das Wortspiel. Insbesondere habe ich einen Spaß daran, Anagramme zu finden...
Das einzige deutsche Wort, dass sich genau aus den Buchstaben für "schaeuble" bilden lässt, ist:

BELAUSCHE!

Was soll ich mehr dazu schreiben? Wir hätten es wissen müssen!
von Sash veröffentlicht in: Politik
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Sonntag, 27. april 2008
Nun sind die Stimmen wohl ausgezählt, und das Ergebnis des ersten Volksentscheids in der Geschichte Berlins besiegelt das bereits eigentlich zuvor schon besiegelte Schicksal des ersten Verkehrsflughafens der Welt. Das klingt jetzt ein bisschen arg nach Wehmut und Liebe zu diesem Teil.
Nein!
Ich habe bereits
geschrieben gehabt, dass ich "eher dafür" bin, dass Tempelhof offen bleibt, das hatte allerdings auch bestimmte Gründe. Der Verkehrsbetrieb in Tempelhof ist scheinbar lächerlich gering und hauptsächlich für Kleinflugzeuge interessant. Tempelhof kostet Geld, das - in Berlin insbesondere - nicht vorhanden ist. Die Arbeitsplätze, die da verloren gehen, entstehen auf dem Gebiet unter Umständen sowieso neu. Und ein innerstädtisches Gebiet ist als Park, Wohn- und Geschäftsraum allemal besser geeignet als als Flughafen.
Wenn nun aber wirklich die Mehrheit der Berliner Bevölkerung der Meinung gewesen wäre, dass das Teil als Flughafen und nicht nur als Museum erhalten werden sollte, dann wäre das ein Grund gewesen, es zu respektieren. Nach aktuellen Meinungsumfragen glauben ein paar Leute nämlich, dass wir in einer Demokratie leben.
Und wenn die Volksvertreter eben nicht das Volk vertreten, dann ist einiges schiefgelaufen. Gut, nun hat sich kein Viertel der Wahlbevölkerung aufraffen können, den Flughafen zu unterstützen, dann ist das ja in Ordnung.
Ich bereue es eigentlich nur wegen dieser BBI-Geschichte. Die hat sicher auch ihre Vorteile, das will ich nicht bestreiten, aber irgendwie macht man sich schon so seine Gedanken, wo der Sinn liegt, von drei vorhandenen Flughäfen zwei zu schließen um einen dann auszubauen. Ich glaube nicht, dass das die allercleverste und Ressourcen schonendste Idee ist. Aber gut, das ist meine Meinung.
Abschließend bleibt zu sagen, dass ich es interessant gefunden hätte, wenn der Senat sich gegen den Willen des Volkes hätte entscheiden müssen und ob er es getan hätte (sehr wahrscheinlich), und was das für interessante Debatten nach sich gezogen hätte. Aber so ist es nicht, und ich kann gut damit leben, dass Tempelhof ab Oktober dicht ist.
Ich hoffe, dass wenigstens was vernünftiges dort gemacht wird, und nicht nur ein Viertel mit "gehobenem Ambiente" aus dem Boden gestampft wird, in dem sich niemand eine Wohnung leisten kann.
von Sash veröffentlicht in: Politik
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Samstag, 26. april 2008
Die Zeit rast voran, und so steht bald der erste Mai einmal mehr vor der Türe. Der erste Mai. Der Tag der Arbeit, an dem um der Arbeit zu huldigen pflichtbewusst alles gemacht wird, nur nicht gearbeitet. Herrlich. Zudem Berlin! Erster Mai! Randale! Action! Was man halt so hört.
Nun, es wird mein erster erster Mai in Berlin sein. Was erwarte ich? Ich erwarte einen Haufen Menschen, der auf die Straße geht zum Demonstrieren. Wesentlich mehr als in Stuttgart, prozentual aber ähnlich viele Leute, die nur deswegen hingehen, weil der Herr Maier von der Gewerkschaft nebenan das so will und weil man es ja eigentlich immer gemacht hat.
Daneben erwarte ich eine radikal linke Demo, deren Veranstaltern und Teilnehmern es nicht nur um eine weitere Nullrunde bei den Löhnen geht, sondern um grundsätzliche Kritik an der Gesellschaft selbst. Und da wir in Berlin sind, erwarte ich auch Kravalle, wahrscheinlich ein paar brennende Autos und etliche Verletzte. Ich werde dennoch hingehen. Das mag jetzt der ein oder andere als Kravalltourismus bezeichnen, aber das ist es nicht. Ich hab schon brennende Autos gesehen, und ich hab schon Schläge von Polizisten einstecken dürfen. Entgegen aller Vermutungen muss ich aber gestehen, dass ich beim Austeilen eine echte Niete bin. Ich habe noch niemanden verletzt bei einer Demo, habe es nicht einmal ernsthaft versucht, und gedenke eigentlich auch nicht, daran was zu ändern. Notwehr vielleicht präventiv ausgenommen.
Mir ist klar, dass die Kravalle in Berlin längst auch nur noch Schaukämpfe sind, vorprogrammiertes Kräftemessen zwischen zwei Gruppen. Nein, wahrscheinlich kann man das nicht mal mehr als militante Politik bezeichnen, was an diesem Tag so passiert. Aber ich will wenigstens die Chance haben, davon zu berichten, NACHDEM ich da war.
Denn spätestens beim G8-Gipfel 2007 ist mir endgültig klargeworden, dass man nun wirklich nicht auf das vertrauen sollte, was einem erzählt wird. Ich habe dort Erfahrungen gemacht, die konträr zu denen sind, die manch Reporter (angeblich?) gemacht hat.
Deswegen möchte ich mich vorerst auf eine möglichst große Demo freuen und hoffen, dass sie eine Menge Spaß macht und lautstark ist. Ich bin nämlich mit vielem hier nicht einverstanden. Und nein: Es geht nicht nur um die Bild!
Ich werde hier mit Sicherheit nach meinem ersten ersten Mai in Berlin bloggen und mitteilen, wie ich das alles sehe. Bis dahin gilt es, abzuwarten und zu hoffen, dass nicht alles so schauderhaft dämlich ist, wie es uns die Medien verkaufen wollen.
Ich bin gespannt.
von Sash veröffentlicht in: Politik
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