Ich glaube, ich werde auch alt...

Veröffentlicht auf von Sash

Keine Sorge, meine grauen Haare thematisiere ich irgendwann anders einmal. Aus folgendem Grund glaube ich, alt zu werden: Ich habe mich gerade so richtig schön zurückversetzen können in die Zeit meiner frühen Pubertät - und es kam mir weit weg vor.

Kurzer Einschub zur Erklärung:
Leinis Mutter hat einmal behauptet, Männer kämen nie aus der Pubertät heraus. Da ich mich in meinem Alter bislang erschreckend pubertär fühle, alles relevante beim Alten ist (die Eltern kriegen nicht zu viel vom eigenen Leben mit, Sex spielt immer noch eine entscheidende Rolle, und man weiss nicht so recht, ob man wirklich schon erwachsen ist) und ich auch kein Problem damit habe, glaube ich ihr das. Deswegen muss ich genauere Angaben machen, und ordne die oben genannte Zeit in die "frühe" Pubertät ein, wenngleich es sich eher um einen Lebensabschnitt zwischen 16 und 20 gehandelt hat. Davor muss dann wohl die "sehr frühe" Pubertät liegen.
Ende des Einschubs zur Erklärung.

Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja!
Ich saß gerade - Ozie ist schon im Bett - ganz gechilled an meinem Schreibtisch, und hab mal wieder die Kopfhörer meines Vaters aufgesetzt. Die leiden zwar schon an Altersschwäche, haben aber nichts an ihrer hervorragenden Qualität eingebüßt.

(Hallo Papa! Falls du das lesen solltest: Du hast damals gesagt, ich darf alles mitnehmen, was in meinem Zimmer ist. Es wäre gelogen, wenn ich in Anbetracht dessen sagen würde, die Kopfhörer lagen die letzten Monate grundlos dort, aber ich nehme an, du kannst mir das verzeihen...)

Mir war mal wieder nach ein bisschen Musik. Ich habe gerade ein zweites Bier geöffnet gehabt, Winamp angeschmissen, und mein Shuffle-Modus hat mir "Dare Devil Song" von Pain in the Ass empfohlen. Schön zu hören, aber mir war es etwas mehr nach visueller Dreingabe, also habe ich meinen Musikvideo-Ordner angeschaut. Hängengeblieben bin ich dann bei einer (bildmäßig) leidlich schlechten Aufnahme von Delicate Sound of Thunder, der in meinen Augen viel zu wenig gewürdigten Live-Platte von Pink Floyd.
Ich hab so meine Lieblingslieder auf der Platte, folglich hab ich ein bisschen hin und her gespult (im übertragenen digitalen Sinne natürlich) und bin dann doch wieder bei "Wish you were here" hängengeblieben.
Ich kann die Wirkung mal zusammenfassen: Wenn man ein Lied gerne hört, das 6 Jahre vor der eigenen Geburt geschrieben wurde (gut, bei dieser Aufnahme müsste ich 6 gewesen sein), dann fällt einem auf, wie wenig Eindruck das wohl auf andere Leute machen muss (natürlich meine ich Mädels!) - und in diesem Fall stellt man aber fest, wie gut es einem mit diesem Lied geht, wenn man merkt, dass man keinen Eindruck auf andere Leute (ich rede immer noch von Mädels!) macht.

Spät nachts allein am Schreibtisch, ein paar Bier und Pink Floyd über Kopfhörer... ich kann nun nicht behaupten, dass das meine Jugend war - und wenn, dann wäre sie immerhin nicht typisch - aber sowas ruft verdammt viele Erinnerungen bei mir wach. Ich hab schon an einen Haufen Leute (ich rede natürlich... ach, ihr wisst schon!) gedacht, wenn ich das Lied gehört habe, das könnt ihr mir glauben - und irgendwie ist es ein seltsames Gefühl, das Gefühl zu haben, man braucht das nicht mehr...

Wie gesagt, ich werde alt!

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