Familiär eingebunden

Veröffentlicht auf von Sash

So, in den letzten Tagen ist einiges passiert. Ich werde das jetzt nicht in tausende Einzelartikel zerlegen, sondern es einfach mal so runterschreiben mit all den Kleinigkeiten. Ein Sorry an die Spartenleser da draussen!
Alles begann damit, dass Sophie und ich uns übers Wochenende vom 18. - 20. diesen Monats ein Auto ausgeliehen haben. Das hatte viele verschiedene Gründe: Familienfest und Kennenlernen der Stadt. Naja, und natürlich Bequemlichkeit bei diesen Unterfangen.
Am 19.7. war der Tag, an dem ich wegen einer Familienfeier (immerhin ein 120jähriges Jubiläum!) nicht gelernt habe. Das ist allerdings nur eine allzu grobe Umschreibung des Ganzen. Es war einiges, was im Verlauf der paar Stunden so passiert ist.
Zunächst war ich mit Sophie Samstag morgens schon recht früh unterwegs um einzukaufen. Ein herrliches Beispiel für Übergrößen-Einkäufe mal wieder. "Sehr speziell" sei mein Wunsch (in einem Übergrößengeschäft ein passendes Hemd zu finden), meinte der recht nette Mensch im Hirmer in Steglitz am Walther-Schreiber-Platz. Eine Lösung für moderate 120 € hatte er allerdings notfalls parat. Ich will ja jetzt nicht kleinlich sein, aber ich bin nicht der Mensch, der sich 120 € für ein Hemd leisten kann. Naja, wir sind letztlich doch noch fündig geworden - und ich sehe es schon als schön an, für 85 € zwei Hemden gefunden zu haben.
Was ich allerdings fies fand, war, dass ich bei der Einfahrt ins Parkhaus bereits einen wirklich derben elektrischen Schlag von dem Parkticket-Ausgabe-Automaten bekommen hab. Ich geb zu, ich hab versehentlich nicht auf den Knopf gedrückt, aber das hat echt noch 1 Minute wehgetan - also vergleichbar mit dem letzten Schlag, den ich mir an einem Lampenanschluss geholt hab. Super! Ich frag mich, ob das nun nur eine normale Entladung war, oder ob diese Metallplatte an dem Teil ernsthaft unter Strom gehalten wird. Zweites wäre eine fiese - aber in Kombination mit einer Überwachungskamera sicher auch witzige - Sache.
Die Fahrt zur Feier nach Potsdam war entspannt und insbesondere witzig, weil ich wirklich quer durch die Stadt gegurkt bin, keine Ecke wirklich kannte, aber immer genau wusste, wo ich hinfahren muss. Grandios. Wenn es nicht so ein irrwitziges Unterfangen mit dem P-Schein wäre, könnte ich das allen Einheimischen nur empfehlen.
Die Feier war nett, für mich ja aber dennoch alkoholfrei wegen des Autos - weswegen ich eben auf die kulinarischen Genüsse am Buffet zurückgegriffen habe :)
Die letzten beiden Tage standen dann eigentlich zu Hundert Prozent im Zeichen des Lernens. Nicht, dass ich davor nicht auch gelernt hätte, aber natürlich habe ich - mit massig Unterstützung von Nico und Sophie - noch einmal richtig rangeklotzt.
Hat leider nur bedingt was gebracht. Immerhin habe ich mich richtig gut vorbereitet gefühlt, und war nicht halb so nervös wie das letzte Mal. Das ist bei einem Prüfungs-Ängstling wie mir schon einmal angenehm. Wenn irgendjemand wissen will, wieweit man seine Handlungen bei 300 Puls aufwärts noch kontrollieren kann, der kann sich gerne vor Prüfungen mit mir unterhalten ;)
Naja, ich war mal wieder der Newbie im Team. Von den drei anwesenden Leuten war ich mit dem zweiten Versuch noch der harmloseste. Durchgefallen bin ich allerdings abermals. Schade, denn die erste Strecke wollte der erste Prüfer durchgehen lassen, der zweite hat dann - nicht unkorrekt - angemerkt, dass es ein zu großer Umweg wäre, und das wars dann.
Die zweite Strecke hat mich eiskalt erwischt. Ich hatte mich auf viele absurde Strecken vorbereitet, aber nicht auf eine zwischen dem Klinikum Hellersdorf und... dem Klinikum Hellersdorf. Ich weiss es nicht, vielleicht war es nett gemeint, dass die Tour nur einmal ums Eck führte, aber die kleinen Sträßchen hatte ich einfach nicht auswendig parat. Irgendwie wieder einmal ärgerlich.
Trotz versauter Prüfung sind wir noch - weil wir eh da waren - ins KaDeWe gegangen um uns ein paar Habaneros zu holen - Habi ist ja noch nicht soweit ;) Der Ausflug wurde dann etwas absurd, weil das einzige, was sie dahatten, "Gewürzpaprika" in der selben Form waren. Die Verkäuferin meinte, es handele sich um Habaneros, und so habe ich testweise vier Stück gekauft. Ich hab sie kurz mit dem Finger angeritzt und einen langweiligen, nicht scharfen Paprika-Geschmack festgestellt. Wir sind ein paar Minuten später zurück gegangen und Sophie hat der Verkäuferin den Tipp gegeben, dass das nicht das ist, was wir als Habaneros kennen, und sie - wenn es welche sind - extrem mild sind. Wir waren kein bisschen unfreundlich, wir wollten nicht einmal Geld zurück oder etwas derartiges, wir wollten nur den Hinweis geben, dass einige Kunden vielleicht enttäuscht wären, wenn sie Habaneros suchen wie wir.
Im Verlauf der folgenden Diskussion habe ich herzhaft in eine der Früchte gebissen, um zu beweisen, dass sie so scharf nicht sind. Dazu muss ich zu meiner Schande gestehen, dass sie innen tatsächlich recht scharf waren - wenngleich wir daran festhalten, dass der Geschmack und die Schärfe einer Habanero nur bedingt würdig sind.
Da es darum aber eigentlich nicht mehr ging, sondern es zu peinlichen Verteidigungsversuchen seitens zweier Verkäuferinnen kam, die versuchten uns mit Argumenten à la "mir sind die aber scharf genug!" zu überzeugen, hab ich auch nicht mehr eingestehen wollen, dass sie doch ein wenig scharf sind.
Dämlich, ich weiss.
Aber mal im Ernst: Wir haben nur gesagt, wir hätten was anderes erwartet, und darauf freundlich hingewiesen. Und dann haben die uns versucht, mitten im KaDeWe runterzuputzen, was uns denn einfalle. Fand ich schon etwas strange. Naja, sei es drum.
Ich kann jetzt immerhin behaupten, ein Gespräch noch ein wenig weitergeführt zu haben, nachdem ich eine viertel Habanero im Mund hatte ;) Dass sie nicht so überzeugend waren, lässt sich übrigens daran ablesen, dass ich mich mit zwei Schluck Cola binnen 10 Minuten von sämtlichen Schmerzen befreit hatte - vom laschen Geschmack ganz zu schweigen.
OK, ich will jetzt aber auch nicht als Habanero-Pöbler in die Geschichte eingehen...

Veröffentlicht in Vermischtes

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