Hey nee, EffJottWe!

Veröffentlicht auf von Sash

Sie haben doch bestimmt bewusst gewartet, bis ich weg bin, oder? Sie haben gewartet, damit sie endlich mal wieder nach Herzenslust Quatsch schreiben können, ohne dass ich sie damit aufziehe. Oder? Wie soll ich mir sonst erklären, was sie da wieder aus den Tiefen ihres geistigen Selbst ohne inneren Filter an ihren Arbeitgeber geschickt haben? Ist ihnen denn eigentlich bewusst, dass das andere Menschen zu lesen bekommen?
So, nun zu euch, liebe Leser: Franz Josef Wagner hat in meiner Abwesenheit zwei echt grandiose Kolumnen geschrieben, die ich niemandem vorenthalten möchte.

Nummer 1:

Mich erstaunt hier nicht nur das Wissen von Wagner, dass "alle Fußballspieler" mama-fixiert sind und folglich (?) nur diese Frau in der Umkleide dulden. Ich frage mich zudem, wieso es eine so große Ehre ist, "Mama Fußball" zu sein. OK, ihr habt mich ertappt: Ich bin nicht besonders fußballbegeistert. Ich habe allerdings so eine Vermutung: Die Jungs der deutschen Nationalelf haben im Falle ihrer Niederlage sicher an allem Interesse, aber nicht daran, von Mama Deutschland ausgespannt zu werden. Wobei sich zudem die Frage stellt, wieso "Mama Fußball" in Anführungszeichen steht, und Mama Deutschland nicht. Werden wir es je erfahren?

Nummer 2:


Alle Screenshots: bild.de

Soso, das Göttliche ist also: Lafontaine ist ein "Vollblut". Ein Unterhalter. Faszinierend finde ich zum Beispiel schon, dass Wagner Designer auch als Unterhalter einstuft. Etwas eigenwillig, wenn man mich fragt.
Ich bin sicher kein Freund von Onkel Lafontaine. Seine Versprechen mögen unhaltbar sein, unsympathisch ist er noch dazu. Es ist allerdings schon witzig, dass sich Wagner so gerne bemüht, ausgerechnet einer Oppositionspartei vorzuwerfen, sie würden ja nur Versprechen machen. Wer regiert, der kommt höchstens in seine Kolumne, wenn etwas so weit stinkt, dass selbst Wagner der Wein nicht mehr schmeckt, oder eben wenn man Fußballer besucht (siehe oben). Wagners Angst davor, dass Lafontaine irgendwann die Wahl gewinnt, finde ich eigentlich fast schon niedlich. "Das Furchtbarste" macht Lafontaine also: Er verspricht den Armen das Himmelreich. Zunächst ist das übertrieben, aber ich schreibe ja auch bisweilen, dass Wagner ein Idiot ist. Das greift sicher auch zu kurz.
Aber sein Griff in die Christentumskiste, um Lafontaine dem Leibhaftigen gleichzusetzen, grenzt ja wohl mindestens mehr an Gotteslästerung als alles, was Oskar den Massen verspricht. Soll ich - wenn das Versprechen des Himmelreiches "die größte Anmaßung" ist, "die sich ein Mensch erlauben kann" - dann davon ausgehen, dass Herr Wagner den Armen dieser Welt sagen will: "Pech, ihr habt halt verkackt!"?
Das hört sich aber sonst immer ganz anders an, wenn er schreibt. Also: Was war das denn eben?

Veröffentlicht in Medien

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Sprechakt 06/05/2008 22:04

Mindestens genauso anmaßend wie der, den er kritisiert, ist Herr Wagner selbst, indem er sich erdreistet, Lafontaine mit dem Teufel gleichzusetzen ... Ein etwas feiner differenzierender Schreiber hätte allenfalls formuliert "teuflisch" = 'nach Art oder im Sinne des Teufels'. Aber so etwas kann man ja in Bezug auf die Bild-Kolumne leider nicht einfordern... Und im Übrigen: Wer prangert hier den Populismus eigentlich mindestens genauso stark an?