Dat Wochenende beginnt...

Veröffentlicht auf von Sash

Einen schunderwönen guten Morgen an alle Leut, Häuser und Schnarrenberger!
Es ist soweit: Die Arbeitslosigkeit und damit das ewige Wochenende haben mich wieder. In einem furiosen Finale versuchte irgendein cleverer Mensch bei Körber, mir den schwarzen Peter „Arbeitsunlust“ zuzuschieben. Über den letzten Arbeitstag (Donnerstag. 24.1.08) gehen die Meinungen also ein wenig auseinander.

Meine Variante:
Ich war krank, bin aber dennoch in die Firma. Dort hab ich umgehend Bescheid gesagt, dass ich wegen Unwohlsein früh wieder gehen werde. Nach abermaliger Ankündigung tat ich dies

Die Variante von Körber:
Ich bin gegangen, weil ich keinen Bock mehr hatte.

Nun ja, da waren also alle sauer, auch die Leutz meiner Leihbude. Das mag auch ein wenig darin begründet sein, dass sie eh keinen anderen Einsatz für mich gehabt hätten, und damit ein Interesse hatten, mich loszuwerden. Ich muss ihnen aber zu Gute halten, dass das alles sehr diplomatisch lief. Dass ich im Endeffekt zumindest auf die Arbeit bei Körber wirklich keine Lust mehr hatte – und bei meinen neuen Plänen keine Zeit für Zeitarbeit an und für sich – macht den Trennungsschmerz für mich ein bisschen erträglicher

OK, dann aber war aber auch gestern nicht nur irgendein Tag, sondern es war der große Besuchstag. Felix, Phil und Nico haben den jeweils langen Weg beschritten, um uns zu besuchen, und was die Planung anging, war es eigentlich ein pures Desaster. Sophie hatte gedacht, es handele sich um ein anderes Wochenende und war schon für ein Familien-WE verplant. Mittags verabschiedete sich dann auch noch Ralf und meinte, er sei arbeiten, er wisse aber eigentlich nicht einmal den genauen Tag, an dem er zurückkäme.
Letztlich kam er früh genug, um noch mit mir eine legere Runde Unreal zu zocken, bevor unsere Gäste aufkreuzten. Davor hab ich mich ein wenig um die Bude gekümmert, was kein witziges Unterfangen war. Was wir für Schweine hier im Haus haben müssen...
Nach dem Eintrudeln der Gästefraktion um 22 Uhr herum haben wir bald beschlossen, für etwas Essbares noch das Haus zu verlassen, ggf. sogar in die City zu fahren. Gesagt, getan. Ralf kam dann letzten Endes nicht mit in die Stadt, was schade ist, denn mit unserem angetrunkenen und kommunikativen Vorzeige-Punker hat er echt was verpasst. Gegen 23.30 Uhr waren wir in Marzahn am Bahnhof und hatten nun das Problem, dass sich eine Gruppen-Tageskarte nicht lohnen würde, wenn sie nur noch bis 3.00 Uhr gilt. Also haben wir beschlossen, eine halbe Stunde am Bahnhof zu warten und dann erst zu fahren – damit die Karte noch den ganzen heutigen Tag gilt.
Da vierzig Minuten an einem kalten Bahnhof zu warten die leichteste Übung für Chaoten wie uns ist, verging die Zeit eigentlich sogar recht flott. Die Meiste Zeit studierten wir die Pläne der BVG oder das Verhalten von Nico, der nach dem Erstellen der Cola-Goldkrone-Mische recht bald von einem sinnentleerten Laberflash überkommen wurde.
Zur Freude aller waren Nico auch schon die Bahnsicherheits-Schlümpfe persönlich bekannt, und man wünschte sich einen schönen Abend. Es folgte eine recht lange Zeit der Ahnungslosigkeit.
Wir sind nach F-Hain gecruist und haben in der Bahn bereits mehr als genug zu lachen gehabt. Felix hat sich noch einen Haloumi am Oktagon rausgelassen, und dann ging es weiter. In der Revaler Straße angekommen, waren wir uns nicht so recht einig, worauf wir denn eigentlich Lust hätten. Nico stand der Sinn mehr nach Party, dem Rest nach einem gemütlichen Bierchen, bzw. einer Cola (Ja, der komische AntiAlki war ich!). Als wir per Mehrheitsentscheid eigentlich bereits entschieden hatten, traf Nico auf „Berater“. Ein Typ (schwarz, schwarze Lederklamotten) begrüßte ihn stürmisch, und Nico begab sich mit ihm noch einmal zu einer potenziellen Party-Location. Als er uns davon zu überzeugen versuchte, waren wir nicht so begeistert, und da eine normale Diskussion durch den Alkohol erschwert wurde, haben Felix, Phil und ich beschlossen, und über Nicos permanentes Drängen hinwegzusetzen und eine Kneipe zu suchen. Eigentlich wollte ich was essen, aber ich hatte die Hofnung, auch in einer Kneipe (z.B. Fertigpizza) fündig zu werden. Wir haben uns dann alle (inklusive Nico) für das Conmux entschieden, und zu meiner Genugtuung gab es dort auch eine Speisekarte.
Nico begeisterte sich zunächst für den Zucker, den er über den ganzen Tisch verstreute, was nicht allzu lange währte, da wir ihn zurückhielten und die Kellnerin bald kam. Zu essen gab es leider nichts mehr („der Koch ist schon heimgegangen...&ldquo, aber dafür wurden unsere Wünsche sonst komplett erhört. Kurzer Dialogausschnitt (frei aus dem Kopf):

Nico: „Ich will was zum Saufen!“
Kellnerin. „Was willst du denn zum Saufen?“
Nico: „Was habt ihr denn?“
Kellnerin: „Alles haben wir!“
Nico: „Auch Long Island Iced Tea?“
Kellnerin: “Ja...”

So warteten wir anderthalb Minuten später auf ein Guiness, einen Long Island Iced Tea, ein Beck’s und eine große Cola. Als die Getränke serviert wurden, wurde unser aller (außer Nicos) schlimmster Alptraum war. Die Kellnerin meinte zum Long Island: „Der is’n bisschen strong, hier ist noch Cola...“

Strong?

Nico in dem Zustand einen extraharten Drink zu verpassen glich russischem Roulette. Ich habe dann die Kellnerin gleich gefragt, ob sie den „halben Anker“ – eine massive Eisen-Tischverzierung – „aus Sicherheitsgründen“ entfernen könnte. Mit einer erstaunlich gelassenen Routine kam sie meinem grandiosen Einfall nach.
Nico verschüttete noch ein bisschen Zucker und begann, Felix zu misshandeln. War also alles im grünen Bereich soweit. Irgendwann hat er versucht, aufzustehen, ist dabei mit seinem Stuhl auf dem Boden gelandet und hat sich dann ins Klo verzogen. Danach kam sofort ein Kellner angerannt und hat uns verbliebene gefragt, ob mit Nico alles ok sei. Wir konnten das nicht verneinen. Klingt komisch, ist aber so.
Die Zeit verstrich, und wir wurden langsam nervös. Wie lange sollten wir warten, bis wir nach ihm sehen. Phil und ich haben uns sehr genau die Leute angesehen, die wieder aus dem Klo kamen. Einer hatte ein dickes Grinsen auf der Fresse, also vermuteten wir, dass Nicos Laune nach wie vor erheiternd war. Als der nächste aus der Toilette kam mit einem Gesichtsausdruck als hätte er gerade den Schuldenberater seiner Mutter verdroschen, ist Felix reingegangen. Passiert war nix. Alles bestens, und binnen kürzester Zeit haben sich Felix und Nico zum Rauchen vor die Tür verzogen.
Als Felix wiederkam, hab ich mich aufgemacht und ein paar erheiternde Worte mit unserem grünhaarigen Freund gewechselt.
Der Hunger überkam mich schlagartig, und ich kam auf die großartige Idee, zu dem Döner gegenüber zu gehen. So sagte ich Nico, er soll den anderen Bescheid sagen, ich wäre kurz was essen. Ich sollte ihm dann noch einen Haloumi oder einen Döner mitbringen. Er meinte, er warte eh draussen.

In dem Laden dann hat mich einmal mehr verwundert, weswegen wir im Rottal damals vom WKD Ärger gekriegt haben: Ranzige Bude, alles ein bisschen improvisiert, aber gut. Haloumi gab’s da noch nie, Döner nicht mehr – also hab ich mir eine Pizza rausgelassen. War auch soweit ok. Einer der dort Bediensteten ist allerdings rumgeflippt wie Kermit der Frosch auf Coffee und Extasy.
Als ich wieder beim Conmux war, war Nico natürlich nicht da. Er war drinnen, was mich jetzt weder ärgerte noch wunderte. Ich hab meine Pizza dann draussen auf einem Sicherungskasten gefuttert, und sooo unlecker war die gar nicht. Die paar Bakterien schocken mich nicht, auch wenn ich noch erkältet bin...
Nach einer Weile kam Nico raus und hat mit irgendwelchen Leuten geredet. Ich hab dabei zugesehen und den Eindruck gehabt, er sieht mich auch. Ich war ein wenig verwundert, dass er in die andere Richtung abhaute, aber was soll’s?
Wieder im Conmux, fragten mich Phil und Felix wo ich gewesen sei, Nico hätte gemeint, ich hätte ihn stehen lassen und wäre abgehauen... ah ja!
Nach einer kurzen Cola sind wir dann auch rausgegangen und haben auf Nico gewartet. Felix hat ihn mehrmals angerufen, aber zunächst wussten wir nichts ausser der Tatsache, dass er „vor der Kneipe“ stehe und „in zwei Minuten“ da wäre. So vergingen 20 Minuten inklusive mehrerer Versuche, Nico zu erreichen. Irgendwann ging er ans Handy, erzählte was davon, dass er seine Jacke suche (die hatte Felix in der Hand) und dass er „hinter der Theke“ sei. Aber quasi direkt vor der Bar, in der wir (bis vor kurzem) waren.
Irgendwann stellte sich glücklicherweise heraus, dass er in Paul’ Metal-Eck war, und das war glücklicherweise nicht weit. Wir gabelten ihn auf und sind heimgefahren.
Ganz so einfach war das natürlich nicht, da Nico zuerst ein Taxi anhielt (bei den Bullen hat das glücklicherweise nicht geklappt) und uns dann erklärte, dass der Bremer Dom schon 100 Jahre früher als Berlin gebaut wurde... oder so.
In der Bahn (was auch noch mal ein Nervenkitzel wegen der BVG-Orga war) hat er dann hauptsächlich Felix Gewalt angetan, und nachdem wir wieder hier in der WG waren, ist er recht bald eingepennt. Der Rest übrigens auch...
Ja, war also ein witziger Abend gestern. Nun ist aber mal Schluss!

Für Rechtschreibfehler haftet die Hansestadt Bremen.

Veröffentlicht in Unsere WG

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