Sashs Blog

In diesem Blog schreibe ich so ziemlich über alles, was mir einfällt. Privates und Politisches. Poesie und Pöbel. Denn eine Trennung ist ja nicht immer leicht. Wessen Leben besteht nur aus Arbeit oder nur aus Freizeit? Wer will die Grenze ziehen? Ich sicher nicht. Na denn, habt viel Spaß am Lesen.
Ein kurzer Warnhinweis an die jüngeren Leser:

Liebe Kinder, es ist normal, dass ein Blog nicht nur aus Bildern besteht!

Da es eine Menge verschiedene Themen gibt, ist es mitunter sinnig, sich nur eine Kategorie anzeigen zu lassen. Über einen Kommentar würde ich mich natürlich sehr freuen.

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Mittwoch, 14. mai 2008
Es ist nun das erste Mal, dass ich es über einen "längeren Zeitraum" hinbekomme, mehr als nur einmal wöchentlich in einem Blog zu schreiben. Also so halbwegs das erste Mal. Und es ist das erste Mal, dass "eine Menge" Leute, die mich nicht kennen, auch lesen, was ich schreibe.
Die Freude über beide Fakten ist enorm bei mir. Aber auf der anderen Seite sehe ich das, was ich mache - wie auch sonst fast alles - kritisch. Als Blogger gehört man heute in gewissen Kreisen bereits zu einer Gegenöffentlichkeit, die mitunter besser Bescheid zu wissen scheint als die "etablierten Journalisten". Ich erlaube mir hier, die Bild-Zeitung mit ihren rund 1000 Mitarbeitern zu kritisieren und lache über politische Erscheinungen, die weltweit enormes bewegen. Natürlich mache ich mir Gedanken, ob ich (selbst in diesem kleinen Rahmen) den Ansprüchen gerecht werden kann, die mancher wahrscheinlich an mich stellt. Nun, das weiss ich nicht, und das muss ich hier in aller Deutlichkeit auch so sagen!
Ich weiss, was ich schreibe, und - so gewissenhaft ich es auch versuche - ich entdecke Tag für Tag Fehler oder ungelenke Formulierungen, die ich dann beseitige oder versuche zu erklären. Vielleicht ein Schritt in die Richtung, besser zu sein als Printmedien oder deren scheinselbstständige Online-Ableger.
Aber gerade jetzt, da ich (auch wenn es nur ein paar Cent sind) dabei bin, nebenher mit meinem Schreiben Geld zu verdienen, muss ich mir die Frage stellen, was ein Blog als Informationsmedium ist. Ein Blog ist sicher schneller, unabhängiger und damit oft interessanter als "etablierte Medien". Auf der anderen Seite ist ein Blog auch immer wahnsinnig selektiv und subjektiv, weil jede Form der Gegenkontrolle fehlt. So sehr ich mir auch einbilde, immer nur das Richtige zu schreiben, so sehr muss ich doch darauf hinweisen, dass das alles nur eine einzelne persönliche Meinung ist. Das sollte niemand vergessen, der hier liest.
Ich denke, dass das den meisten Usern eines solchen Angebotes klar sein sollte, aber bei aller im Internet gelebten Freiheit sind wir leider noch nicht so weit. Wenn einem gefällt, was man liest, dann glaubt man es gerne und - und auch das ist typisch fürs Netz - verbreitet es schnell weiter. Das ist mitunter nicht nur positiv. Denn schliesslich bin ich, sind alle Blogger, alles andere als unfehlbar.
Dennoch denke ich, dass jeder Beitrag jenseits der zumeist profitorientierten Medien (ich zähle mich jetzt nicht dazu, weil ich wahrscheinlich nie auch nur einen bedeutenden Teil meines Lebens mit Bloggen bestreiten können werde) wichtig ist. Denn wenn ich als Blogger falsch liege, dann lässt sich ein Fehler mittels Kommentarfunktion schnell beweisen und hinterfragen.
Ich hatte eine Zeit lang den Wunsch, hauptberuflich in den Journalismus zu gehen. Ich denke immer noch, dass ich dort nicht allzu schlecht aufgehoben wäre, aber eines hat mich immer gestört: Terminfixiertes Schreiben unter "Zwang". Ich denke, ich kann recht unterhaltsame Dinge schreiben, aber ich kann es eben (leider?) nur, wenn ich auch Lust darauf habe. Und das wollte ich mir unter keinen Umständen zerstören. Wenn ich hier etwas schreibe, dann schreibe ich es, weil es mir wichtig erscheint oder weil ich es einfach nur gerne tue.
Und welches Medium könnte dazu besser geeignet sein als ein Blog?
Es freut mich ungemein, schreiben zu können, was ich will. Es freut mich ungemein, das mit keinem Redakteur aushandeln zu müssen. Und es freut mich ungemein, direkten Kontakt zu allen halten zu können, die Kontakt zu mir halten wollen.

In meinem eigenen Selbstverständnis war ich wohl schon Blogger, bevor es dieses Wort gab. Und das ist auch gut so, liebe Ge... äh, ich, ihr wisst schon, was ich meine.
von Sash veröffentlicht in: Blog
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Mittwoch, 14. mai 2008
Ich wollte ein kleines Update zum Wildleben hier in Marzahn machen. Direkt vor unserer Haustüre lassen sich im optimalen Fall (neben Haustieren, Spinnen und Insekten) folgende bewegte Objekte aus der Fauna beobachten:

  • Mäuse. In Heerscharen bevölkern die kleinen Nager in freier Wildbahn unser Wohngebiet. Zwar vermisse ich unsere kürzlich verstorbenen Mausenpeoples ein wenig, aber ganz auf Entzug kann man hier nicht sein. Faszinierend sind insbesondere die Kletterübungen, die sie im Gebüsch vor dem Haus vollführen. Wir haben noch keine Ahnung, was für Drogen dort wachsen, aber wenn man sich die Viecher anschaut, dann sind es keine Beruhigungsmittel.
  • Ratten. Nicht ganz so zahlreich wie Mäuse, aber dennoch oft zu beobachten. Manche sind sogar so mutig, dass sie in kaum anderthalb Meter Entfernung zu Menschen über den Weg huschen. Die scheinen zu wissen, wem sie ihr reichhaltiges Nahrungsangebot in der Umgebung zu verdanken haben.
  • Fledermäuse. Bisher hab ich immer nur eine einzelne direkt vor der Türe herumflattern sehen, aber ich denke, dass es durchaus mehrere sind.
  • Füchse. Wahrscheinlich eher: Ein Fuchs. Der hingegen kommt seit es wärmer ist mit einer fast schon erschreckenden Regelmäßigkeit. Allzu scheu ist er nicht, bis auf 20 Meter traut er sich auch an redende Passanten ran und er läuft eben so gelassen mit Beute im Maul über den hell erleuchteten Parkplatz.
  • Hasen. Vielleicht der Grund, warum der Fuchs sich hier so wohl fühlt...
Es ist echt nett, all die Tiere hier zu sehen. Insbesondere, weil man natürlich manches Mal noch zurückfällt in den Gedanken, dass Marzahn ein notwendiges aber eintöniges graues Anhängsel einer Metropole ist. Ich bin immer noch der Meinung: Es ist eine super Gegend hier. Ich bereue nicht, hierher gezogen zu sein.

PS: Mir ist schon klar, dass die Geschichte mit den Ratten eigentlich nur darauf wartet, ins Gegenteil verkehrt zu werden. Aber ich mag Ratten nunmal. Und da ich keinerlei sexuelle Vorlieben für sie empfinde, und sie auch sonst aus der Ferne bewundern kann, mache ich mir auch keine Sorgen über ihre Funktion als Krankheitsüberträger.

von Sash veröffentlicht in: Berlin
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